Wenn plötzlich die Angst kommt

Augen zu und vom Meer träumen. Den Wellen lauschen und für einen Moment den Alltag vergessen.

 

Wie soll das im Alltag zwischen Mama-sein, Ehe, Haushalt und Job gelingen?

Noch vor zwei Jahren wäre dies für mich unmöglich gewesen! Schon der kleinste Anflug von Stress, egal welcher Art löste bei mir Panikattacken aus. Ich war nicht mehr ich selbst, sondern fremdgesteuert vom eigenen Körper. Wie eine Art Teufelskreis, aus dem man nicht mehr herauskommt.

Es kam meistens von jetzt auf gleich aus dem nichts und ich fühlte mich wie ohnmächtig. Mein Herz begann jedes mal wie wild zu rasen und mir wurde schwarz vor Augen, doch ich kippte nie um. Wie auch, bei so viel Adrenalin? Ich war bereit für die Flucht vor dem nicht vorhandenen Tiger im Raum.

 

Und genau dieses Verständnis, was genau bei einer Panikattacke im Körper geschieht, öffnete mir die Augen. Ich begann zu begreifen, dass meine Symptome schlagartig besser wurden, sobald ich die überschüssige Energie, die durch die Angst erzeugt wird nutze und mich bewegte. Egal wie. Die meisten Panikattacken hatte ich in Restaurants oder an Abenden, wo man eng beisammen saß. Ich stand auf und begann draußen strammen Schrittes eine Runde um den Block zu spazieren. Schnell ging es mir besser. Doch dies immer nur kurzfristig. Denn die nächste Welle der Angst rollte meist schon an.

 

Mir wurde bewusst, dass es nicht reichte die Symptome zu behandeln, sondern der wahren Ursache auf den Grund zu gehen. 

Viel Selbstreflexion und das Bewusstmachen von Glaubenssätzen meiner Kindheit waren der Schlüssel für mich.

Meine Therapeutin hat mir hier sehr wertvolle Tipps mit auf den Weg gegeben, die hier etwas zu weit führen würden. 

Dennoch möchte ich gerne mit euch teilen, was mir neben der Therapie die Augen geöffnet hat und auch nach wie vor immer wieder zum Einsatz kommt.

(Mein Beitrag und meine Ideen an euch ersetzen keinesfalls eine Psychotherapie! Sie sollen nur ein wenig informieren, wie mein Weg damit umzugehen war.)

 

 

 

 

Das Buch Wenn plötzlich die Angst kommt war vor der Therapie meine perfekte Soforthilfe! Es ist ein sehr dünnes Büchlein, das man mal eben so an einem Abend lesen kann. Es klingt für den ein oder anderen nun vielleicht verrückt, doch dieses Buch traf mein Problem genau auf den Punkt. Es traf einfach alles auf mich zu, was dort stand! Ich kann es jedem ans Herz legen, auch toll für Angehörige, die nicht so ganz verstehen, was bei einer Panikattacke passiert und wie die Betroffenen sich fühlen.

 

Eine weitere immense Hilfe für mich war das Yoga! Zuerst bei meiner lieben Freundin Romy Leemann, die dann leider in die Schweiz zog. Nach ihrem Umzug lernte ich das Studio Soulmate Yoga Meerbusch kennenDani, meine Yogalehrerin und Inhaberin des Studios hat selbst Berührungspunkte mit dem Thema Angststörung und ich hatte so sofort einen Gleichgesinnten. 

Auch das ist ein wichtiger Punkt, der mir wahnsinnig geholfen hat: redet mit den Menschen und ihr werdet sehen, wie viele davon betroffen sind! Das offene Umgehen mit meiner Störung war ein schwerer aber auch wichtiger und guter Schritt. Es hat zu vielen tollen Gesprächen geführt und ihr fühlt euch einfach verstanden. Das macht so viel aus.

 


Beim Yoga tun mir nicht nur die Bewegungen, die Dehnung des ganzen Körpers und der Muskelaufbau gut. Es ist auch das Abschalten, das ganz unbewusst geschieht, wenn man sich auf seinen eigenen Körper konzentriert. Diese intensive Körperarbeit hat mir übrigens mental auch immens bei meiner Geburt geholfen! Hier geht es zum Blogbeitrag der friedlichen schmerzfreien Geburt unserer Tochter Luna. Ohne Yoga und Meditation wäre dies niemals so abgelaufen.

 

Meine 5 Tipps für einen achtsamen Alltag:

  1. eine To-Do-Liste machen, auf der ganz oben die einfachsten Dinge stehen, die so oder so schnell abgearbeitet sind (Bett machen, Duschen, Frühstücken) Das klingt verrückt aber so hast du schon um 08.30 Uhr das Gefühl, du hast wahnsinnig viel erledigt.
  2. Handy weg! Ich mache immer mal wieder 1-2 Tage Detox, nutze das Handy nur für Anrufe, wenn überhaupt. Ich packe mir alle Apps, die Suchtpotential haben in einen Ordner auf die letzte Seite des Bildschirms. Alle Mitteilungsanzeigen schalte ich ab, damit gar nichts aufblinkt. Ihr habt nach 2-3 Stunden das Gefühl ihr seid im Urlaub. Man wird permanent überflutet von Informationen. Ob man will oder nicht, einmal gelesen sind sie im Kopf und belasten unterbewusst. Probiert es aus, es ist verrückt wie sehr dieses doofe Teil unseren Alltag im Griff hat. 
  3. Hinsetzen und nichts tun. 10 Minuten einfach aushalten und in der Gegend herum schauen. Vielleicht bei einer Tasse Tee. (Solltet ihr zu Hause dazu neigen, dass euch dann im Haushalt wieder etwas auffällt, was jetzt dringend erledigt werden muss, dann geht mit dem Tee 10 min. spazieren. Aber ganz langsam und achtsam. Ohne Musik auf den Ohren, einfach mal die Geräusche um einen herum wahrnehmen. Es sind mehr als man denkt)
  4. Aufschreiben wofür man am Tag dankbar ist, mehr Fokus auf die kleinen Besonderheiten des Tages legen.
  5. Jeden Tag ein kleiner oder großer Spaziergang, egal wie lang, Hauptsache frische Luft und Bewegung.

 

Da wir den ganzen Tag so extrem in jedem Moment von visuellen und auditiven Reizen umgeben sind, tut es auch einfach mal gut die Augen und schließen und sich nur auf einen Reiz zu konzentrieren. Denkt mal darüber nach, wann ihr das letzt mal an der Bushaltestelle einfach nur gewartet habt. Wann ihr am Tisch gesessen habt und nur gegessen habt. Wann ihr nur gekocht habt, ohne Musik, TV oder Telefonat. Puh, lang lang ist es her...

Um mich einmal von der Außenwelt abzuschirmen nutze ich gerne Oropax und bin einen Moment ganz für mich. In letzter Zeit liebe ich es aber auch sehr meine Kopfhörer aufzusetzen, mich kurz aufs Bett zu legen und lausche einer Meditation oder Hörbuch auf audible zu lauschen. (Empfehlung: Das Café am Rande der Welt!!) Luna schläft dabei meistens auf meinem Bauch ein oder ich stille sie dabei. 

 

 

Ich hoffe sehr, dass euch meine Tipps helfen können und ihr möglichst stressfrei oder zumindest erholter und wacher durch den Alltag kommst. Ich freue mich sehr, wenn ihr eure Erfahrungen mit mir teilen mögt. 

 

 

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